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Resin für den 3D-Druck

Kernstück sogenannter STL 3D-Drucker (STL steht für Stereolithographie) ist natürlich das verwendete Resin. Dies wird beim drucken durch Photopolymerisation, also binden UV-empfindlicher Harze durch Licht, vom flüssigen in den festen Zustand "verwandelt". Zur Belichtung wird bei den Druckern für den Hobby-Bereich im Allgemeinen ein LCD-Display (ähnlich dem eines Smartphones) verwendet. Je nach Leistung dieses Displays ändern sich die Belichtungszeiten, d.h. vereinfacht gesagt je leistungsstärker das Display um so kürzer die Belichtungszeiten. Diese variieren allerdings auch je nach verwendetem Resin, so dass im Grunde für jede neue Paarung Resin/Drucker die idealen Einstellungen neu ermittelt werden müssen. Wie umfangreich so etwas aussehen kann, ist hier z.B. mal für den Anycubic Photon von mehreren Leuten zusammengetragen worden.

Nun ist es nicht mein bestreben ein ähnliche Tabelle für den Elegoo Mars zu erstellen, dennoch habe ich bereits mehrere Resine getestet. Teilweise geschah dies auch aus der Not heraus, da derzeit nicht alle Resine (die meisten kommen aus China) verfügbar sind. Folgende Resine habe ich bisher ausprobiert:

  • Geeetech waterwashable Resin, blau
  • Elegoo ABS-like Resin, grau
  • Druckwege Standard Typ D, rot/schwarz/grau
  • Nova 3D Standard grau/schwarz
  • Nova 3D Standard transparent

Mein bisherigen Favoriten für den "Alltagsdruck" sind die Resine von Nova 3D, zudem sind sie mit einem Literpreis von etwa 35,-€ die Günstigsten am Markt. Die Genauigkeit in der Abbildung ist sehr gut, die Resine sind im Vergleich etwas dünnflüssiger, ebenso sind die erforderlichen Belichtungszeiten geringer.

Bei der Lieferung des Druckers war eine 500ml Flasche Geetech waterwashable Resin dabei. Wie der Name schon sagt, kann dieses Resin nach dem Druck mit Wasser gereinigt werden (ansonsten wird Isopropanol verwendet). Ehrlich gesagt empfand ich das Ganze als "Pamperei" und die Druckobjekte wurden erst richtig sauber, als ich statt des Wasserbads die Teile in unverdünntem Allzweckreiniger gesäubert habe. Die Druckergebnisse selber sind aber durchaus überzeugend, sehr konturenscharf und guter Festigkeit. Literpreis etwa 70,-€.

Das zweite Resin war das Elegoo ABS-like Resin. Diese erzeugt sehr glatte Oberflächen, allerdings "verschwimmen" teilweise feine Details. Die Festigkeit und Formstabilität ist aber so überzeugend, dass ich Antriebsteile für Triebwagen damit erstellt habe. Bei feinen Teilen bleibt zudem eine ausreichende Elastizität erhalten, die prinzipiell auch den Druck von Griffstangen (Durchmesser 0,6mm) ermöglicht, ohne dass diese bei der ersten Berührung brechen.

Kommen wir zum Druckwege Typ D Standard Resin. Dieses Resin kommt aus deutscher Produktion und ich habe das Test-Set (3x 200ml) für knapp 45,-€ bestellt. Insgesamt braucht dieses Resin deutlich (!) längere Belichtungszeiten, hat eine exzellente Abbildungsgenauigkeit, sehr gute Festigkeit bei gleichzeitiger ausreichender Rest-Flexibilität. Dieses Resin ist eigentlich für die industrielle Nutzung entwickelt und somit m.M.n. wohl eher für die Belichtung mittels UV-Laser geeignet. Zwei weitere Aspekte sind mir aufgefallen: Erstens weist dieses Resin eine deutlich höhere Geruchsintensität alles andere getesteten auf, zweitens ist es recht dickflüssig. Der intensive Geruch beim drucken ist natürlich, wenn man wie ich in der heimischen Wohnung druckt, nicht unbedingt ideal, letztendlich aber vielleicht eher zu verschmerzen, als die dickflüssige Konsistenz. Beim absenken des Druckbetts sorgt diese gerade bei den Bottom-Layern dafür, dass das Resin (trotz deutlich verringert Absenkgeschwindigkeit des Druckbetts) nicht schnell genug zwischen Bett und Tankboden verdrängt werden kann, was zu einem extrem hohen Druck auf das Display, sowie natürlich auch auf die Spindel führt. Trotz wirklich überzeugender Druckergebnisse, leider nicht für meinen Drucker geeignet. Schade!

Abschließend noch das Nova 3D Standard Resin (NovaStan). Im Grunde ein "Verlegenheitskauf", weil Nichts anderes verfügbar war und ich doch unbedingt drucken musste! Nun, es stellte sich als glückliche Fügung heraus, denn die Druckergebnisse sind wirklich gut bis sehr gut. Nach Anpassung der Parameter (Belichtungszeit, Absenkgeschwindigkeit, Light-Off-Time, etc.) liefert dieses Resin im Allgemeinen optimale Ergebnisse. Die klaren bzw. lichtdurchlässigen Varianten sind dabei etwas konturenschärfer, aber auch insgesamt weniger elastisch. Beim klaren Resin war ich erstaunt, dass die gedruckte Teile kaum gilb aufwiesen, lediglich die Ränder schienen etwas gelblicher als der Rest. Inwieweit dies aber aber erhalten bleibt und ob es möglich ist z.B. gewölbte Lampengläser damit zu drucken, muss ich erst noch ausprobieren.

Hier nun noch eine kleine Fotostrecke von einem kleinen Teil der bisher konstruierten und gedruckten Objekte. Ergänzend ist immer das für den Druck verwendete Resin genannt: