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3D - Druck ... eine neue Dimension


3D-Druck ist schon lange nichts Neues mehr und auch im Modellbau hat sich diese Technologie längst etabliert. Meine ersten 3D-Druck-Modelle erwarb ich vor etwa 8 Jahren bei einem Druck-Dienstleister. Das war ein bisschen wie Zauberei, allerdings war die Oberflächenbeschaffenheit gewöhnungs-, aber vor allem verbesserungswürdig. Oft war die Drucke so spröde, dass sie bei der kleinsten Berührung brachen, andere hingegen zeigten erst nach Monaten/Jahren "Auflösungserscheinungen" oder verzogen sich in alle Richtungen. Dem ursprünglichen "Zauber" folgte Ernüchterung und ich begann zu zweifeln, ob diese Technik für den Modellbahnbau wohl das Richtige sei.

Über die Jahre hat sich natürlich vieles weiter entwickelt, aber ich war immer noch sehr skeptisch, überzeugend fand ich das Alles nicht was die 3D-Drucker da so "ausspuckten". Vor 3 oder 4 Jahren sah ich aber das erste mal Modelle aus einem Resin Drucker (richtige Bezeichnung SLA-Drucker) und war doch ziemlich angetan von der Qualität. Beim Preis eines solchen Druckers blieb mir dann allerdings die Spucke weg, ein mittlerer vierstelliger Betrag wurde aufgerufen. Nee, also doch nix für mich ...

Seit kurzer Zeit sind aber zahllose Hobby-Drucker auf dem Markt zu finden, die deutlich erschwinglicher sind und so fand Anfang Mai 2020 ein Elegoo Mars seinen Weg in meine Werkstatt. Rund 250,-€ hat mich der Drucker inkl. 500ml Resin, Werkzeug-Satz und USB-Stick gekostet. Immer noch ne Stange Geld, aber das war mir der Ausflug in die 3D-Welt durchaus wert.

Ein wenig hatte ich mich im Vorfeld natürlich schon belesen und auch mit meinem Freund viel darüber gesprochen, der das gleiche Drucker-Modell besitzt. Schlussendlich ist es für mich aber am wichtigsten wie ich mit dem Gerät klar komme und das bedeutet für mich: Machen! Nach entsprechender Vorbereitung also Resin in den Tank und los. Als dann das erste Druckteil aus dem Drucker kam (aus einer mitgelieferten Testdatei entstanden) war ich schon ziemlich baff:

Die ersten Drucke 

So konnte das weitergehen, aber erst mal hieß es üben, üben, üben ...

Update Mai 2021

Ein gutes Jahr leistet mein erster Drucker, der Elegoo Mars, nach wie vor gute Dienste. Wie unter "Drucker-Tuning" beschrieben wurde er kurz nach seinem Kauf mit einer stabileren Z-Achse versehen. Die derzeitige Betriebsdauer wird bei über 600 Stunden liegen, wobei nach knapp 500 Stunden das Display (Kosten 24,90€) gewechselt werden musste. Die nominelle Lebensdauer dieser Displays wird mit 400 Stunden angegeben, von daher hat es gut durchgehalten. Der Austausch selber dauert 15 - 20 Minuten, weitere Reparaturen waren nicht notwendig. 

Mein Fazit: Toller Drucker, der sein Geld (Kaufpreis 2010 inkl.. Zubehör 249,-€) allemal wert ist, leicht zu bedienen und als Einsteigermodell sehr zu empfehlen. Die optionale Z-Achse von Jackson Products (etwa 100,-€) hebt die Druckqualität auf ein höheres Level.

Im Dezember 2020 gesellte sich dann ein Elegoo Mars 2 Pro dazu, etwas größerer Bauraum und monochromes Display. Dieses ermöglicht kürzere Belichtungszeiten und somit kürzerer Druckzeiten (Kaufpreis 248,-€). Das war wirklich faszinierend, aber von Anfang an gab es Probleme: Knackgeräusche, "taumelnde" Z-Achse (siehe Video weiter unten), schlechte Haftung der Drucke an der Plattform, um nur die relevantesten zu nennen. Da der Hersteller-Support diesen Namen im Grunde nicht verdient hat, hieß es selber Hand anlegen. Die Knackgeräusche konnten durch Überprüfung und Nachziehen der Verschraubungen behoben werden, die anderen Problem blieben. Nach knapp 4 Monaten testen und ausprobieren, habe ich mich dazu entschieden, den Drucker an den Händler (3D-Jake, wirklich empfehlenswert, sehr guter Support) zurück zu senden. Statt einer Rückerstattung entschied ich mich für ein Neugerät, welches auch kurze Zeit später eintraf. Nun, was soll ich sagen? Nach zwei (!!!) Drucken verabschiedete sich der zweite Elegoo Mars 2 Pro bzw. dessen Software, denn es konnten keine Dateien mehr eingelesen werden. Ebenfalls war auch wieder ein taumeln der Z-Achse zu beobachten, wenn auch nicht so ausgeprägt wie beim ersten Mars 2 Pro. Mein Bedarf an diesem Druckertyp war gedeckt, der Drucker ging einen Tag nach Eintreffen wieder an den Händler zurück, es erfolgte eine Gutschrift des Kaufpreises.

Mein Fazit: Nicht empfehlenswert, im Gegensatz zum "normalen" Mars ein deutlicher, qualitativer Rückschritt, auch wenn die Druckgeschwindigkeit und Qualität durchaus zu überzeugen vermag. Bei 50 - 70 Ausschuss aber völlig inakzeptabel.

Mitte Mai 2021 (ziemlich genau ein Jahr nach meinem ersten 3D-Drucker) erwarb ich dann einen Nova Elfin 2 Mono SE in einer Hersteller-Sonderaktion für 183,-€ (Listenpreis 299,-€). Auch dieser Drucker kommt mit vergrößertem Bauraum und monochromen Display, bietet darüber hinaus aber LAN,WLAN und internen 8GB Datenspeicher. Herstellerseitig ist das Druckbett bereits gelevelt, so dass nach dem Auspacken gleich gedruckt werden kann. Dazu ist neben dem üblichen Zubehör gleich einen kleine Flasche (250ml) Resin enthalten.

Von der Verarbeitung her bewegt sich der Nova Elfin 2 Mono SE auf dem gleichen, hohen Level wie der Elegoo Mars. Alles sitzt fest, nichts wackelt, sogar die Haube rastet richtig ein und liegt nicht nur lose auf. Dabei ist der Nova angenehme leise: Läuft beim Elegoo permanent der Lüfter, so wird dieser beim Nova nur sporadisch (etwa alle 2 bis 3 Minuten) für wenige Sekunden zugeschaltet. Ein weiterer Pluspunkt: Bei bedarf schaltet sich der Drucker nach Beendigung des Druckvorganges automatisch aus. Die Einrichtung des Druckers im WLAN ist in wenigen Minuten erledigt.

Mein (erstes, vorläufiges) Fazit: Toller Drucker, super Ausstattung mit sehr guter Verarbeitung und vielen intelligenten Detaillösungen. Einen Minuspunkt verdient allerdings die hauseigenen Slicer-Software Novamaker: Wenig komfortabel und lediglich mit rudimentären Features ausgerüstet. Allerdings wird direkt auf der HP von Nova ein add-on angeboten um auch chitubox mit dem Nova nutzen zu können. Funktioniert!

Der Nova Elfin 2 Mono SE neben dem